up2 - Das Projekt lebt, Philipp Stüer vier Monate in Mexiko
Rudern und studieren – zwei Bereiche, die bei vielen Leistungssportlern eng miteinander verbunden sind. Und die Vergangenheit zeigt, dass gerade Ruder-Athleten in Beidem, Sport und Beruf, spitze sind. Unterstützung finden sie hierbei insbesondere durch das up2-Projekt „Spitze in Sport und Beruf“, das der Deutsche Ruderverband gemeinsam mit Partnern der Industrie ins Leben gerufen hat. Sie unterstützen Leistungsruderer genauso wie Hochschulen aus den Einzugsgebieten der Leistungszentren und die Stiftung Deutsche Sporthilfe in der beruflichen Entwicklung.
So hat Philipp Stüer, Weltmeister im ungesteuerten Vierer, jetzt in einem viermonatigen Auslands-Aufenthalt in Mexiko ganz besondere Erfahrungen im Rahmen seines Maschinenbau-Studiums machen können. Vermittelt durch den up2-Partner ThyssenKrupp AG hat der 29-Jährige im Rahmen einer Studienarbeit die Effektivität der Produktionsabläufe von insgesamt sechs Zulieferer-Unternehmen für das dortige Volkswagen-Werk untersucht. „Ich hatte eine gute Betreuung vor Ort und habe sehr interessante Einblicke in die Arbeitsabläufe und die konstruktive Arbeits-Atmosphäre bekommen, natürlich auch ins Spanische“, sagte Philipp Stüer, der bei ThyssenKrupp Automotive Systems de Mexico auch an der Werks-Zertifizierung der ISO-Norm 16949 beteiligt war.
Er lebte von Oktober bis Februar bei einer, von ThyssenKrupp vermittelten Gastfamilie und hat so auch beste Eindrücke vom Leben in Mexiko bekommen. Stüer: „Die Mexikaner sind sehr gastfreundlich.“ Das schöne Land und das gute Wetter konnte er bei seinen vielen Trainingseinheiten auf dem Mountainbike erkunden. Schließlich durfte der Wiedereinsteiger nach einjähriger Pause sein Trainingspensum auf 2.100 Höhenmetern nicht vernachlässigen. Das Training wurde in der Heimat mittels Datenübertragung per Internet durch den Leistungsdiagnostiker in Dortmund, Volker Grabow, ständig überwacht.
Und so ging’s für Philipp Stüer abends nach der Arbeit immer wieder aufs mitgebrachte Ruder-Ergometer, das auf der häuslichen Terrasse seinen Platz gefunden hatte, ins Fitness-Studio zum Krafttraining oder mit dem Mountainbike auf den Popocatepetl. Stüer: „Kurz vor Weihnachten habe ich die Mentalität der Menschen auf einer anderen Art kennen gelernt. Da wurde mein Rad geklaut.“ Schnell wurde ein neues beschafft, denn zwei Monate nur Ergo-Rudern wäre ihm dann doch zu langweilig gewesen.
Zum Abschluss seines Mexiko-Abenteuers bekam Philipp Stüer eine Einladung nach Mexiko City. Im dortigen Ruderclub España hielt er vor etlichen interessierten Zuhörern einen Vortrag über seine Ruderkarriere, das Training und die Olympiaerfahrung. Schließlich wurde auch gerudert: im Achter auf der Olympiastrecke von 1968. „Das war nach vielen Monaten Training auf dem Trockenen ein guter Einstieg in die Ruderbewegung“, sagte Stüer, dessen Ziel es ist, in diesem Sommer Mitglied des Deutschland-Achters zu werden und mit dem deutschen Flaggschiff auch Peking 2008 in Angriff zu nehmen.



